Zingst-Darß-Fischland: Deutschlands wildeste Halbinsel

BLOG!

Zingst-Darß-Fischland: Deutschlands wildeste Halbinsel

Zingst-Darß-Fischland ist ein etwas sperriger Name für diese kleine Halbinsel. Sie ist im Laufe der Jahrtausende aus drei einzelnen Inseln zusammen gewachsen. Das Naturparadies ist rundum von Wasser umgeben. Im Süden der Bodden, im Norden die Ostsee. Direkt gegenüber die Insel Hiddensee, das man an klaren Tagen gut erkennen kann und Deutschlands größte Insel Rügen im Osten. Die Region vor allem bei Naturfreunden und Fotografen sehr beliebt und das nicht ohne Grund.

Unberührter, tausende Jahre alter Urwald mit knorrigen, verwitterten Buchen und Kiefern, ausgedehnte Moore und Farnwälder bedecken einen Großteil der Halbinsel. Gleichzeitig ist die Region für ihre feinsandigen, weitauslaufenden und nicht enden wollenden Sandstrände bekannt. Charakteristisch sind auch die schützenden Dünenlandschaften mit ihrer spezifischen Flora und Fauna, allen voran den bekannten Windflüchtern.

Das Naturparadies ist aber nicht nur Anziehungspunkt für menschliche Erholungssuchende. Auch  hunderttausende von Vögeln kommen jedes Jahr gewissermaßen zur Erholung hierher. Das Schauspiel der besonderen Art ereignet sich alljährlich im Herbst. Dann kommen riesige Kolonien von Kranichen und anderen Zugvögeln auf die Halbinsel, um schließlich die lange Reise nach Afrika und in andere südliche Gefilde von hier aus anzutreten. Um das einzigartige ökologische System nachhaltig zu schützen, gehört die Halbinsel zum Großteil zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, der auch Hiddensee und Teile von Rügen umfasst.

Idyllisches Flair herrscht auch in den ehemaligen Fischerdörfern: reetgedeckte Holz- oder Backsteinkaten, elegante Kapitänsvillen und natürlich auch die typischen, kunstvoll mit maritimen Motiven verzierten Holztüren. Ob Zingst, Prerow, Ahrenshoop, Wustrow oder Born, jedes Örtchen versprüht eine ganz besondere Atmosphäre. Auch malerische Häfen, kilometerlange Deiche und mondäne Seebrücken tragen zur Beschaulichkeit bei.

Wenn wundert es, das Albert Einstein einst in Ahrenshoop an seinen Freund Max Born euphorisch schrieb: „Hier ist es wundervoll … absolute Ruhe. Ich liege am Gestade wie ein Krokodil, lasse mich in der Sonne braten und pfeife auf die sogenannte Welt.“ Mittlerweile allerdings ist der – noch zu DDR-Zeiten verspürbare – morbide Charme alter Zeiten gewichen. Die Halbinsel boomt und ist in den letzten Jahren gewachsen, wie kaum eine andere deutsche Urlaubsdestination. Etwas schade ist es um die alte Beschaulichkeit. Doch die Heil- und Seebäder verfügen dafür heute über eine ausgezeichnete touristische Infrastruktur.

Auch für Geschichtsinteressierte hat die Region etwas zu bieten. So finden sich noch vereinzelt Überreste früherer Siedlungen der Slawen, ferner Zeugnisse aus der Steinzeit. Auch das Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten oder die historischen Hansestadt Stralsund sind nicht fern und unbedingt einen Abstecher wert.

Unter Naturfotografen hat sich die Schönheit und das besondere Licht der Halbinsel schon längst herum gesprochen. Vielleicht auch deshalb  ist Zingst mittlerweile ein echter Magnet für die gesamte deutsche Fotografen-Szene geworden. Das horizonte-Unmwelt Festival zieht alljährlich tausende Fotoenthusiasten und dazu das Who-is-who der deutschen Naturfotografenszene von Norbert Rosing bis Sandra Bartocha. Was den Autoren außerdordentlich freut, da er nicht nur Natur-Fotograf, sondern auch – zumindest genetisch – ein halber Zingster ist.

Ähnliche Beiträge

Kommentare

Ihr Kommentar

Pflichtfeld

Pflichtfeld