Dolomiten Fototipps und die besten Fotospots in Südtirol stehen im Fokus meines neuen Artikels. Ich verrate ich dir, warum ich dieser Berglandschaft verfallen bin, die Region ein echtes Eldorado für uns Landschaftsfotografen ist und welche bekannten Aushängeschilder und hidden gems sich am meisten lohnen.
Inhaltsverzeichnis
- Dolomiten Fototipps – warum Südtirols Berge Fotografen verzaubern
- Stadlromantik trifft landschaftliche Extravaganz
- Das schönste Bauwerk der Welt, die weltbesten Fotospots
- Die funkelndsten Naturjuwele – meine liebsten Dolomiten Fototipps
- Schönste Heimat der Welt – Fotospots aus Stein und Seele in den Dolomiten
Dolomiten Fototipps – warum Südtirols Berge Fotografen verzaubern

Es gibt Orte auf der Welt, die beeindrucken – und andere, die verzaubern. Die Dolomiten schaffen beides. Als Landschaftsfotograf habe ich in den letzten Jahren viele dramatische Berglandschaften auf aller Welt kennenlernen dürfen – von A wie Altai über P wie Pamir und R wie Rocky Mountains bis hin zu Z wie Zillertaler Alpen. Würde man mich fragen, welche Region ich am meisten ins Herz geschlossen habe, wären es die Dolomiten, dieses einzigartige Gebirge in Südtirol. Vor drei Jahren habe ich der Region sogar einen Bildband gewidmet und hier auch meine erste Fotoreise organisiert. Doch was macht den Zauber dieser Region eigentlich aus? Nachdem du diese Dolomiten Fototipps gelesen oder dir meine Dolomiten Bilder angesehen hast, wirst du es wissen, versprochen!
Stadlromantik trifft landschaftliche Extravaganz

Viele Menschen bringen die Dolomiten mit Südtirol in Verbindung. Tatsächlich aber erstrecken sich die Dolomiten über die italienischen Provinzen Belluno, Trentino, Venetien und eben Südtirol. Ich gebe es zu: vor noch gar nicht so langer Zeit schmunzelte ich insgeheim, wenn mir andere von ihren Urlaubsplänen in der Region erzählten. Bei Südtirol dachte ich immer an rustikale Stadlromantik und kitschige Heimatfilme aus den Sechzigern. An Heidis in karierten Dirndln und rauschebärtige Alphornbläser in abgewetzten Lederhosen. An Senioren, die mit ihren Walking-Stöcken dem glücklichem Fleckvieh auf den Almen zuwinken. An Herzen in hölzernen Klotüren und Kastelruther Spatzen. Als ich das erste Mal vor Ort war merkte ich schnell: das alles ist kein Klischee, sondern lebendiges Brauchtum. Und doch war ich vom ersten Moment an gefesselt. Denn die Dolomiten definieren sich auch und besonders durch ihre landschaftliche Extravagaganz. Sie sind in Aussehen und Geologie einzigartig.

Wer diese Landschaft zum ersten Mal sieht, zum Beispiel wenn er meinen Dolomiten Fototipps folgt, muss sich erst kneifen, um zu glauben, dass die Kulisse echt ist. Wenn sich am frühen Morgen das erste Sonnenlicht in den bizarren Türmen, Zacken, Nadeln und Zinnen bricht, um groteske Lichtgebilde zu formen. Wenn mystische Gesteinsformationen mit sattgrünen Almen, türkisen Bergseen, schneebedeckten Gipfeln, blühenden Apfelhainen, sanften Weinbergen, romantischen Bergdörfern, trutzigen Kirchen und über dem Fels thronenden Burgen kontrastieren. Wenn der Sonnenuntergang die Bergspitzen in das geheimnisvolle rote Leuchten hüllt, dass die Einheimischen Enrosadürra nennen. Dann ist man schnell dem märchenhaften Zauber dieser Landschaft auf der Sonnenseite der Alpen verfallen.
Das schönste Bauwerk der Welt, die weltbesten Fotospots


Die funkelndsten Naturjuwele – meine liebsten Dolomiten Fototipps

Die Dolomiten sind eine wahre Schatzkammer, reich bestückt mit funkelnden Naturjuwelen. Auch wenn man wie ich schon duzende Mal hier war, entdeckt immer wieder neue spektakuläre Kulissen wie aus dem Bilderbuch. Manche Orte kennt jeder. Andere entdeckt man erst, wenn man den Brenner längst sich gelassen hat. Wenn auch die halsbrecherischsten Schotter-Serpentinen nicht mehr weiter führen, man allein mit sich und der Bergwildnis ist, die man mancherorts tatsächlich noch finden kann. Für die Landschaftsfotografie eröffnen sich hier unzählige Möglichkeiten. Ich möchte dir meine liebsten Fotospots in Südtirol einmal vorstellen.
Fototipps Dolomiten #1 – Naturpark Drei Zinnen und Sextner Dolomiten

Im Osten Südtirols, genauer in den Sextner Dolomiten, sind die weltbekanntesten Aushängeschilder Südtirols zu Hause. Natürlich allen voran die legendären Drei Zinnen im gleichnamigen Naturpark. Die Tre Cime di Lavaredo, so ihr italienischer Name, sind markante Felstürme und ihre dreigeteilt, steil in die Wolken ragende Nordseite wohl eines der bekanntesten Bergmotive weltweit. Die höchste Erhebung der Gruppe ist die 2.999 Meter hohe Große Zinne (ital. Cima Grande), die im Abendrot geheimnisvoll glüht.

Dem berühmten Felstrio kommt man am nächsten, wenn man sich auf das ausgedehnte Zinnen-Hochplateau begibt, welches man vom Höhlensteintal eine überteuerte Mautstrasse einfach erreicht. Ab hier geht es dann zu Fuß weiter. Wer es ursprünglicher mag, kann auch auf der anderen Seite vom Fischleintal über eine steile Tour zur Drei-Zinnen-Hütte hinaufwandern. Einmal oben angelegt, verlaufen sich die Besucherscharen schnell auf der ausladenden, weiträumigen Hochebene. Um die einmalige Kulisse intensiv erleben und auf sich wirken lassen zu können, empfiehlt sich eine Tour einmal rund um das ganze Massiv. Am besten läuft man vom Rifugio Auronzo zur Lavaredo-Hütte weiter zur Drei-Zinnen-Hütte und auf der anderen Seite zurück via Langalm und Zinnenseen. Dafür sollte man aber einen ganzen Tag einplanen, denn die Runde ist zwar technisch einfach, aber lang und konditionell durchaus fordernd. Die Impressionen wird man dafür nie wieder vergessen.


Fototipps Dolomiten #2 – Naturpark Fanes-Sennes-Prags

Der Naturpark Fanes-Sennes-Prags hält sich auch nicht gerade mit Highlights zurück. Mitten in ihm der Pragser Wildsee, einer dieser denkwürdigen Orte, die aussehen wie gemalt. Morgens liegt er seidenglatt und türkis schimmernd vor der mächtigen Seekofelwand, die erwartungsfroh im ersten Tageslicht glüht. Das hölzerne Bootshaus mit seinem Steg und die kleinen Booten spiegeln sich andächtig im kalten Quellwasser. Kaum ein Ort vereint so viel Postkartenidylll auf einen Blick. Von wild kann hier allerdings keine Rede mehr sein, denn schon weit vor Sonnenaufgang tummeln sich Scharren von Fotobegeisterten an seinem Ufer, kleben in den steilen Felswänden um den den besten Spot zu erhaschen. Bekanntheit erlangte die Szenerie spätestens seit der beliebten italienischen Krimiserie „Die Bergpolizei“, in der Protagonist Terence Hill mysteriöse Fälle vor der ergreifenden Naturkulisse löste. Heute ist der See einer der weltweiten Pilgerstätten der Instagram-Gemeinde schlechthin. Doch man muss nur wenige Kilometer weiterfahren, um die Stille wiederzufinden. Etwa auf der Plätzwiese am Ende des Pragser Tals. Der Zugang ist begrenzt und der Name reines Understatement: ein ausladendes Hochplateau, wo sich endlose Bergalmen und Felsriesen in weitem Panorama begegnen.
Fototipps Dolomiten #3 – Seceda

Fototipps Dolomiten #4 – Villnösstal und Geislerspitzen

Fototipps Dolomiten #5 – Würzjoch und Peitlerkofel

Fototipps Dolomiten #6 – Naturpark Schlern-Rosengarten

Fototipps Dolomiten #7 – Seiser Alm

Gegenüber liegt die Seiser Alm, ebenfalls Teil des Naturparks. Sie ist der Inbegriff für die Schönheit der Dolomiten und nicht von ungefähr ein weiteres Aushängeschild. Die Alpe di Suisi, wie sie auf Italienisch heißt, steht wie stellvertretend für den charakteristischen Gegensatz der die Dolomiten so besonders macht: saftiggrüne, sanft gewellte Almen mit bunten Alpenblumen treffen auf monumentale, schroffgezackte Bergmassive wie Schlern, Lang- oder Plattkofel. Dazwischen wie gemalt hunderte von hölzernen Sennerhütten. Die größte Hochalm Europas liegt oberhalb der weltberühmten Tourismus-Orte Seis am Schlern, Kastelruth und St. Ulrich in Gröden. Der Schutzstatus bewahrt die Seiser Alm nicht vor den Besucherscharen, die sommers wie winters die einzigartige Alpenkulisse bestaunen wollen. Autos sind bis auf wenige Ausnahmen aber streng verboten, so dass man stundenlang in aller Ruhe auf den weitverästelten Wegen durch die Bergwunderwelt wandern kann und immer wieder neue denkwürdige Aus- und Fernblicke entdeckt. Am Abend, wenn weder Touristenbusse noch Seilbahnen verkehren, kehrt himmlische Ruhe ein und hat man die Kulisse dann meist ganz allein für sich. Daher übernachtet man am besten gleich oben.
Fototipps Dolomiten #8 – Ampezzaner Dolomiten

Cortina d’Ampezzo, eingebettet in schroffe Bergflanken, gilt als heimliche Hauptstadt der Dolomiten. Weltweit berühmt wurde es 1956 durch die Austragung der Olympischen Winterspiele. Und wie es der Zufall will, wurde im kleinen Bergort vor zwei Tagen ein zweites Mal das olympische Feuer entzündet und er steht erneut im Licht der Weltöffentlichkeit.

Rundherum findet man die nach dem Bergstädtchen benannten Ampezzaner Dolomiten. Sie bilden ein spekatukläres steinernes Band aus mächtigen Dreitausendern: der Tofane, dem Cristallo, dem Sorapiš, dem Antelao und dem kleineren Lagazuoi. Das mit 3.343 Metern höchste Gipfelkreuz der Dolomiten findet man jedoch auf der nicht weit entfernten Marmolada, die zugleich auf ihrer Nordseite den einzigen großen Gletscher der Dolomiten beheimatet.

Fototipps Dolomiten #9 – Naturparks Adamello Brento und Paneveggio-Pale


Auch im Naturpark Pannevegio-Pale geht es vergleichsweise ruhig zu. Erstaunlich, warten doch fesselnde Aussichten der Pale-Gruppe auf den verzückten Besucher, die bisweilen sogar an Patagonien erinnern. Auch finden wir Landschaftsfotografen hier viele großartige, teils wenig besuchte Bergseen.
Fototipps Dolomiten #10 – Im Reich von König Ortler

Im Westen, an der Grenze zu Schweiz und Österreich ist Südtirol am höchsten. Die Dolomiten weichen hier einem alpinen Paradies aus Schnee und Eis. Hier erhebt sich König Ortler bis auf fast über 3.905 Meter. Am beeindruckensten entfaltet sich seine Schneepyramide in kleinen Bergdörfern wie Trafoi.

Innerhalb des Ortlergebietes liegt wild und nicht weniger spektakulär der Nationalpark Stilfser Joch benannt nach der bekannten Passstraße mit ihren steilen Kehren. Hier findet man unzählige glasklare Seen, schroffe Felswände und Millionen Lärchen, die im Herbst ein wahres Farbfeuerwerke entfachen. Am Eingang des Nationalparks schlängelt sich das abgelegene, vom Tourismus noch fast unentedeckte Ultental, das trotz seines italienischen Namens Valle Ultimo alles andere als das Letzte, dafür aber ein wundervoll uriger Geheimtipp ist.

Unten an der Etsch im eher lieblichen Vinschgau reifen Aprikosen, Äpfel und Trauben. Nicht weit davon erhebt der wohl einzige versunke Kirchturm der Welt aus dem Reschensee. Hoch oben glitzern über ausgedehnten Hochmooren die Schneeriesen der Ötztaler Alpen hinüber. Wo übrigens auch für tausende Jahre die stille Heimat der Steinzeit-Mumie Ötzi zu verorten war, bis sie schließlich im Jahr 1991 durch Bergwanderer entdeckt wurde.
Schönste Heimat der Welt – Fotospots aus Stein und Seele in den Dolomiten









